Kategorie-Archiv: news & features

General information on Daniel Man: Featured artworks of the artist. Solo-shows, upcoming group exhibitions in art galleries, museums…

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Galerie Andreas Binder

Mit game over, please insert coin zeigt die Galerie Andreas Binder erstmals Arbeiten des Künstlers Daniel Man.
Papierschnitte und Wandmalerei fügen sich im von ihm gestalteten Ausstellungsraum zu einem räumlich gebundenen und interagierenden Gesamtkunstwerk.
Die bewusst eingesetzte Wechselwirkung zwischen den unterschiedlichen Medien basiert dabei – in Anlehnung an das daotische yin-yan-Prinzip – auf der Maxime von These und Antithese. Kräftige, nuancierte Farben werden sowohl kontrastierend als auch harmonisierend kombiniert, während geometrische Formen amorphen, organischen Strukturen gegenüber stehen. Abstraktion trifft auf Figuration, Text auf Bild, traditionelle Handwerkskunst auf StreetArt.
So konzeptuell dieser Grundansatz erscheinen mag, so wenig ist Daniel Mans künstlerische Vorgehensweise rational bestimmt. Vielmehr entstehen seine Werke in einer Art unterbewusstem Prozess, den der Künstler selbst von außen beobachtet und der schließlich ausschlaggebend ist für den hohen Grad an Authentizität und Unmittelbarkeit, die von seinen Arbeiten ausgehen. Und so sind auch die konzeptionell erscheinenden Dichotomien, die im künstlichen Raum zu Einheiten verschmelzen, schließlich nicht nur Ausdruck des individuellen Künstlers als Subjekt, sondern auch ein Spiegel kollektiver gesellschaftlicher Gegebenheiten. Die Übersetzung der Wandmalerei in den institutionalisierten Ausstellungsraum ist somit als Reaktion des langjährigen Graffiti-Künstlers auf den Verlust räumlicher und kultureller Orientierung als Folge der globalen Mobilisierung zu verstehen. Hier schafft er – wenn auch nicht zeitlich, so doch räumlich – beständige Werke, die das Innehalten in einer Welt der Ruhelosigkeit und gleichzeitig die Abgrenzung zur Mobilität des globalen Kunstmarkts ermöglichen.
Der Ort selbst bleibt jedoch in seiner ganzen Kontingenz mobiler Bezugspunkt. Die Visualisierung der Mobilität als eigentliche Konstante des heutigen Daseins wird so zum inhaltlichen Kernstück von Daniel Mans Kunst, die den Raum kunstwerkimmanent, institutionell kontextualisiert und als universale Gegebenheit begreift.
Doch nicht allein die Wandmalerei spiegelt den Versuch der Umsetzung von dreidimensionaler Räumlichkeit im zweidimensionalen Bild wider. Auch die collagenartig angeordneten Papierschnitte überwinden nicht nur räumliche, sondern auch zeitliche und kulturelle Grenzen. Durch die Anlehnung an die chinesische Volkskunst des Papierschnitts und die Wiederverwertung von älterem künstlerischem Material, visualisiert Daniel Man die räumliche und zeitliche Mobilität, die in Zeiten der Globalisierung nicht mehr als Interims-Zustand begriffen werden kann. Ein altes buddhistisches Sprichwort besagt, dass das Leben im Fluss erfasst werden müsse und sich nicht aufhalten lässt und so scheint ein wachsendes Bewusstsein für die zunehmende räumliche Mobilität und die damit verbundene notwendige geistige Mobilität als eigentliche Herausforderung der heutigen Zeit.
Daniel Man gelingt es nun in seiner künstlerischen Freiheit und im Spiegel seiner biografischen, kulturellen und historischen Verwurzelung den Ort diskursiv zu begreifen. Und so wird sein Ausstellungsraum über geographische und kulturelle Grenzen hinweg zum Sinnbild für ein neues Verständnis von Raum, Zeit und Kunst.

EIS, EISBABY im Lenbachbaus

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EIS, EISBABY, 2018, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Simone Gänsheimer © Daniel Man

Daniel Man bewegte sich über viele Jahre in der Graffiti- und Streetart-Szene und arbeitet bis heute mit der Spraydose. Der kraftvolle Ausdruck des Graffiti wird in seinen Arbeiten erlebbar. EIS, EISBABY knüpft an die gleichnamige Sprühaktion an, die der Künstler zwischen 2014 und 2016 auf dem Platz vor dem Lenbachhaus durchführte. In regelmäßigen Abständen gestaltete er dort die Außenwände eines Eiskiosks neu und setzte ihn so kontinuierlich in ein neues visuelles Verhältnis zu seiner Umgebung. EIS, EISBABY (2018) greift visuelle Fragmente der Kiosk-Gestaltung auf und entwickelt sie weiter zu einer raumgreifenden Malerei-Installation im Innenraum des Museums. Der Betrachter taucht ein in eine Farbwelt, die sich collageartig aus verschiedenen Versatzstücken zusammensetzt. Darin erscheint auch eine leicht  modifizierter Slogan einer Anti-Graffiti-Kampagne. Daniel Man ersetzte das Wort „Sprüher“ durch „Künstler“, um anzudeuten, dass sich Letztere längst auf ähnliche Weise den öffentlichen Raum aneignen. Er spielt damit auf Wechselwirkungen zwischen Alltags- und Hochkultur an, die die Entstehung von Kunstrichtungen wie Pop Art stark beeinflusst haben.

Entnommen aus: Texttafel in der Austellung „I’m a believer“

Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und KICO Stiftung

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[…]Die Städtische Galerie im Lenbachhaus richtete Warhol bereits früh eine Einzelausstellung aus. Das Lenbachhaus war auch der Ort der legendären Begegnung zwischen Warhol und Joseph Beuys. Die Ausstellung I’m a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung beginnt mit dieser Geschichte. Klassische Positionen wie Andy Warhol, Thomas Bayrle, Ulrike Ottinger und Hannsjörg Voth bilden den Auftakt. Von Sigmar Polkes German Pop über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vorstädte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. In dieser Reihe stehen Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Judith Hopf, Daniel Man und Pietro Sanguineti.

I’m a Believer ist zugleich ein Bekenntnis zur Malerei. Zu sehen sind eines der weltweit größten Gemäldekonvolute von Maria Lassnig, Werke von Miriam Cahn für die documenta 14 und neueste Malerei-Installationen der US-Amerikanerin Amy Sillman.

Ein von Gerhard Richter eigens für das Lenbachhaus eingerichteter Raum stellt die Grenzen der Kunst im Allgemeinen und der Malerei im Speziellen vor Augen. Richters Fotografie-Zyklus Birkenau macht die Darstellung des Undarstellbaren zum Thema. Er fragt, welche Bilder zur Erinnerung und Verarbeitung unserer Geschichte zur Verfügung stehen. Fotografien sowie Video- und Dia-Installationen von Gerard Byrne, Willie Doherty und Michaela Melián schließen sich diesen Fragen an und erweitern die Gattungen und Reflexionen der Ausstellung in die großen Themen unserer Gegenwart.[…]

Entnommen aus:

www.lenbachhaus.de/ausstellungen/im-a-believer/

SCALE Wall Art Munich

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Daniel Man, Mirko Reisser (DAIM) | “Layermania“ | Facade paint and spraypaint on wall | 17,50 x 15,50 m for SCALE Wall Art Munich at former Siemens Campus, Munich-Obersendling / Germany | 2017 | © The artists | Courtesy: PAT ART LAB / PATRIZIA KinderHaus-Stiftung | Photo: MRpro

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Stone Age Kids

 

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SatOne und Axel Void

 

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Aryz und OsGemeos

 

SCALE WallArt Munich

26. Juni–01. Juli 2017
Eröffnungsfeier: 30. Juni 2017, 20:00 Uhr,
für Presse ab 18:00 Uhr
Siemens Campus Süd, München
Künstler:
Aryz (ES), Axel Void (USA), DAIM (D), jana&
js (AT/FR), Loomit (D), Daniel Man (D), Okuda
(ES), Os Gemeos (BR), Sainer (PL), SatOne (D), Stone Age Kids (D)
Scale bedeutet Maßstab, Ausmaß, Skala – diese Begriffe verweisen auf den zentralen Kern dieses außergewöhnlichen Kunstprojekts, das im Juni in München stattfinden wird. Auf dem Gelände des ehemaligen Siemens Campus in der Hofmannstraße werden innerhalb einer Woche fünfzehn StreetArt-Künstler – darunter einige der weltweit namhaftesten – die mehrere hundert Quadratmeter umfassenden Wände direkt beieinander stehender Gebäude mit riesigen Wandmalereien versehen.
Die Konzentration hochkarätiger Künstler an einem Ort, die zur gleichen Zeit in einer Art „Freiluftkunstraum“ großflächige und exponierte Flächen zur freien Gestaltung vor sich haben, setzt
neue Maßstäbe und ist bisher einzigartig in der Region. Die Aspekte der Teamarbeit und des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der weltweiten StreetArt Szene kommen hier voll zum
Tragen. Herausragende Künstler aus Deutschland, Österreich, Frankreich, England, Polen, USA und Brasilien werden zusammentreffen und gemeinsam arbeiten. Sie können sich während des Festivals inspirieren, austauschen und Bezug aufeinander nehmen. Nichtsdestotrotz wird jeder Künstler eine abgegrenzte große Fläche zur Umsetzung seiner ganz eigenen visuellen Vorstellungen zur Verfügung haben. So wird das Projekt den Künstlern sowohl die Interaktion als auch die Freiheit des eigenen Ausdrucks ermöglichen. Die Weitläufigkeit des ehemaligen Siemens-Geländes kommt der Wirkung der Arbeiten entgegen.
Der Raum zwischen den Gebäuden ist nicht durch innerstädtische enge Straßenschluchten begrenzt, sondern es gibt reichlich Platz, um zurückzutreten und die Bilder auf sich wirken zu lassen.
Urbane Kunst erobert den öffentlichen Raum, arbeitet mit und in den visuellen Außenschichten der Stadt, greift voll impulsiver Lebendigkeit und oft auch poetischer Melancholie in das urbane
Erscheinungsbild ein. Sie dokumentiert Lebens- und Phantasiewelten ohne akademische Verklausulierungen, tritt in unwillkürlichen Austausch mit jedem Teilnehmer der Lebenswelt Stadt.
So wird es auch für jeden Interessierten möglich sein, den Entstehungsprozess der Bilder und die Atmosphäre vor Ort,
die Konzentration der künstlerischen Kreativität, aus unmittelbarer Nähe mitzuerleben. Angesichts der Größe der Arbeiten wird man nicht nur Betrachter sein. Man muss sich in Bewegung setzen, um die Kunstwerke in ihrer Gänze wahrnehmen zu können und wird somit zum aktivenTeilnehmer.
Veranstalter, Initiator und Sponsor des Festivals ist das PAT ART LAB, ein neues Projekt der PATRIZIA Immobilien AG.
Sie stellt sowohl die Gebäudeflächen zur Verfügung als auch die Mittel zur Realisierung des Projekts. Mit der Etablierung des
großformatigen Kunst – Ereignisses SCALE,
das auch zukünftig in wechselnden europäischen Großstädten stattfinden soll, möchte PATRIZIA über das PAT ART LAB Kunst im öffentlichen Raum fördern und zugleich bestehende
Immobilienbestände beleben. Außerdem ist ein Benefiz – Gedanke mit SCALE verbunden: es werden Kunstdrucke der entstehenden Wandbilder verkauft, wovon sämtliche Erlöse in die aktuellen
Bauprojekte der Patrizia Kinderhaus Stiftung fließen.
Geplant und durchgeführt wird das Festival für das PAT ART LAB
von einem kleinen Team um den Künstler Daniel Man, er versteht sich in dieser Position als Moderator und Vermittler und nutzt die
starke kommunikative Dynamik der StreetArt.
Daniel Man wird in der Projektplanung und-durchführung von Künstlerkollege Melander Holzapfel sowie von Kulturmanagerin (und Ehefrau) Angelika Man unterstützt.
Weiter Informationen zu den Künstlern und laufende Aktualisierung unter
www.scale-munich.com

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Asche zu Farbgut Festival

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Anlässlich des 100jährigen Bestehens des Gaswerks Augsburg haben Sebastian Giussani und ich gemeinsam eine Halle bespielt.

Interaktiv: 4 Tage lang konnten Festivalbesucher ihren Beitrag zum Kunstwerk leisten.  Sebastian Giussani hat aus seinen vorangegangenen Perfomances eigenkonstruierte Druckluftkanonen für das jetzige Werk umkonzipiert und für Besucher bereitgestellt. Jetzt konnten Gäste über eine kleine Einführung zur Bedienung der Kanonen diese mit bunten Wollknäuel bestücken und auf das vorbereitete Stacheldrahtinstallation abfeuern. So enstand über die Länge des Festivals ein in sich wachsendes Werk.

ASCHE ZU FARBGUT MACHT AUS KUNST EIN FEST! DAS FESTIVAL WIRD VON DER SWA VERANSTALTET und von SECHS AUGSBURGER KULTURINITIATIVEN Gestaltet.

Zum allerersten Mal findet auf dem stillgelegten Gaswerk-Areal in Augsburg Oberhausen mit „Asche zu Farbgut” ein Festival statt, das ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst zeigt und zu einem großen Fest macht. Für vier Tage wird das gesamte Gelände des Gaswerks in einen großflächigen Kunstraum verwandelt, in dem eine Vielzahl an Ausstellungen, Installationen, Performances und Konzerte stattfinden. Das Festival ermöglicht einen Ausblick darauf, was mit der zukünftigen Verwandlung des alten Industriegeländes zu einem Kreativ-Areal entstehen und verwirklicht werden kann.

Umrahmt wird das Festival von zwei erstklassigen Konzerten: Am 11. September spielen Jazzmusiker von Weltrang, Uri Caine und Theo Bleckmann mit ihrem Ensemble. Den Abschluss bildet der Elektronik-Künstler Schiller, der am 20. Oktober seine „Klangwelten“-Show präsentiert.

Mit dem Festival präsentieren sich fünf Augsburger Kulturinstitutionen. Wir wollen den Festivalrahmen vor allem dazu nutzen, den Blick auf aktuelle Entwicklungen in der Kunst zu lenken, mit dem Ziel durch die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen nicht nur industrielle sondern auch gesellschaftliche „Asche zu Farbgut” umzuwandeln.

Die Adresse ist:
August-Wessels-Straße 30
86156 Augsburg-Oberhausen

EIS, EISBABY am Lenbachhaus, München

EIS, EISBABY am Lenbachhaus München

Ein Kioskprojekt 2014 – 2016

Links:

Lenbachhaus Ausstellungen

Lenbachhaus Blogbeitrag

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„KÜNSTLER SIND GEMEIN UND GRAUSAM UND RESPEKTIEREN WEDER SICH NOCH ANDERE“

von Daniel Man.

Der Direktor des Lenbachhauses, Matthias Mühling fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, eine Eisbude vor dem Lenbachhaus künstlerisch zu bespielen.
Ich habe nicht lange gezögert, ja zu sagen, denn schon eine Eisbude vor das große Museum zu setzen, war für mich schon ein gewagter Akt an sich. Die Bude aber als eine künstlerische Arbeit zu sehen, hat meine Bedenken relativiert.

Wie einige wissen, bin ich bereits in den Achtzigerjahren als junger Graffitisprüher namens “Codeak” umhergezogen. Das zog sich bis in die Nullerjahre rein.
Selbst fahrende Objekte wie Silo- und Transportfahrzeuge trugen meine Bilder. Insofern ist mir das Arbeiten auf öffentlichem Terrain ziemlich vertraut.

Als Startfarbe dieses Projektes “Eis, Eisbaby” wählte ich die Farbe Schwarz. Ich finde die Farbe hat etwas Massives; kaum eine andere Farbe, wenn wir hier von Farbe reden,
ist dermaßen symbolisch belegt. Es schien mir daher schlüssig, so anzufangen.
Nach vier Wochen kamen weiße Linien auf das Schwarz. Da ich sie mit der Sprühdose auftrug, meldeten sich erste Passanten mit den Kommentaren:

“Wie können sie sowas machen? Schon der schwarze Kasten war eine architektonische Beleidigung für das Lenbachhaus!
Sie wissen schon, dass man sie dafür verhaftet!”

Manche Mütter mit Kindern waren hingegen entzückt, dass überhaupt was passiert.

Nach weiteren drei Wochen setzte ich Farbflächen gegen die Linien auf Schwarz ein und erhielt erstmals von vorneherein positives Feedback.
Überhaupt seit die “Neue Geometrie” auch in die Modewelt eingezogen ist, scheinen einfache monochrome Dreiecke auf breite Zustimmung zu stossen.
Sog. ‘Hipster’ ließen ihre Retroräder davor abfotografieren. Was ein bißchen Farbe so ausmacht!

Durch den kunstträgen August ist der vierte Schritt erst nach knapp 6 Wochen erfolgt. Hierfür schuf ich bereits im Atelier eine Schrift-Schablone, die ein Zitat enthält.
Es handelte sich um eine von einer Immobilienfirma initiierte Antigraffiti-Kampagne in New York Ende der Achtziger Jahre.
Originaltext:

‘Graffetti Writers Are Mean and Cruel and Have No Respect For Themselves or Others’
Dieser Ausspruch betrifft meine künstlerische Vergangenheit als Graffiti-Künstler. Jedoch ist heute Graffiti in dem Oberbegriff Streetart mit einhergegangen, die in den letzten Jahren sowohl Presse-, als auch kommerzielle Erfolge feierte.
Somit durfte der Einzug in die breite Aufmerksamkeit endgültig gelungen sein. Subkultur goes Pop. Streetart kann man nun auch in Museen betrachten.
Ich musste daher nur Graffetti (Richtig: Graffiti) aus dem Satz entfernen und es ins Deutsche übersetzen.
Diese Art “Anschlag” an der bunten Bude löste selbstverständlich sofort Reaktionen aus.
“Künstler sind gemein und grausam, respektieren weder sich noch andere” prangt nun am Eishäuschen, dass direkt neben dem renommierten Museum steht. Ja, wie soll man das jetzt verstehen?

Das Arbeiten im öffentlichen Raum ist in meinem Fall sehr befruchtend. Ich lasse den Einfluss der Umgebung wie die Architektur und die dynamischen Faktoren Tageszeit und Passanten direkt auf mich einwirken.
Fast könnte man sagen, die Arbeit entsteht durch einen Dialog mit der Öffentlichkeit.

Ich bin gespannt auf die nächsten Reaktionen…

Daniel Man (geb. 1969 in London) ist ein zeitgenössischer Künstler und bemalt ca. alle 4 Wochen für den Zeitraum eines Jahres die Eisbude des Cafe/Restaurants ELLA vor dem Lenbachhaus. Er wird vertreten von der Galerie Nusser & Baumgart, München.

Hangover Gardens at Kunstverein Friedberg

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In der Ausstellung Hangover Gardens leben die Künstler Ted Green und Daniel Man erstmalig in einer Coproduktion ihre Affinität zum Installativen aus und stellen eine gemeinsame Frage: Wo endet die Zeichnung und wo fängt der Raum an? Eine Antwort darauf findet der Besucher in der eigens für den Friedberger Kunstverein konzipierten, raumfüllenden Gemeinschaftsinstallation der beiden Künstler, die zugleich als dreidimensionale Ausweitung ihrer jeweiligen Bildsprachen zu verstehen ist. Ted Greens Cutouts in Form verschlungener Barock- und Informell-Elemente treffen hier auf die geometrischen Konstrukte von Daniel Man. In dieser gelungenen Symbiose überträgt Daniel Man die zweidimensionale Zeichnung mit einer bildlichen Holzkonstruktion in den Raum hinein, während sich Ted Greens zeichnerische Arbeit bereits im Entstehen zu dreidimensionalen Werken entfaltet.  Auf den ersten Blick scheint der Betrachter konfrontiert mit einem nahezu überbordenden Bilderkosmos von expressiver Farbigkeit und Dynamik. Und doch folgen die Raumelemente aus unterschiedlichen Medien einer organischen und schwarmähnlichen Komposition. Der Betrachter wird aufgefordert, sich im Raum neu zu verorten und dabei, im fast wörtlichen Sinn, ‚Zusammenhänge‘ herzustellen.

 

Ted Green

Ted Green erforscht als Maler den Raum zwischen gegenstandsloser und figurativer Kunst. Der Inhalt der Bilder hat keine direkte Verbindung zu der vertrauten Außenwelt, sondern soll vielmehr eine Atmosphäre, nicht klar definierbare Sinnesempfindungen hervorrufen. Sein visuelles Vokabular speist sich aus verschiedenen Quellen, so wird in Greens Arbeit beispielsweise die Neigung zu seinem naturwissenschaftlichen Ausgangspunkt deutlich.

 

Seit Ende 2009 experimentiert der Künstler mit symmetrischen Spiegelungen. Die rhythmischen Wiederholungen von gespiegelten Formen und Mustern in Greens Arbeiten sind dabei oftmals den Körperbauplänen von Lebewesen nachempfunden. Als Grundstruktur von Ordnung stellen sie einen Kontrast zu dem universellen Chaos dar. Seine Verwendung von Zufallsprinzipien in Form von ausgewürfelten Malbefehlen in Bezug auf Farbe und Form wird durch ein systematisches Multiple-Choice-Verfahren gebändigt. In Greens, mit einer heftigen Portion skurriler Verzierung übersäten künstlerischen Welt trifft ausschweifende, barocke Formgebung auf die überladene Bilderflut der Gegenwart.

 

Daniel Man

„Daniel Man reagiert mit seinen ortsgebundenen Arbeiten auf den Verlust räumlicher und kultureller Orientierung als Folge der globalen Mobilisierung. Man arbeitet in situ und gestaltet ganze Ausstellungsräume oder zumindest den für seine Werke bestimmten Ausstellungsort umfassend. Dazu gehören in der Regel Leinwände und/oder Scherenschnitte, Skulpturen sowie abstrakte Wandmalereien.

 

Diese unterschiedlichen Medien setzt er in einen formalen Zusammenhang, indem er bestimmte Formen und Farben in den verschiedenen Werken variiert. Zugleich basieren seine Arbeiten – angelehnt an die chinesische Philosophie – auf dem Prinzip von These und Antithese. Kräftige, nuancierte Farben werden mal kontrastierend, mal harmonisierend kombiniert, geometrische Formen stehen amorphen, organischen Strukturen gegenüber, abstrakte Elemente treffen auf figurative Darstellungen, Text und Bild treten in Kontakt. Diese konzeptionelle Ausrichtung korrespondiert wiederum mit einem inhaltlichen Schwerpunkt seines Werkes, mit der Darstellung von Transfer-Situationen. Die gewählten Motive zeigen, dass Daniel Mans Überlegungen um die Prozesse von Veränderung, Verschiebung, Wachstum und um darin enthaltene Zwischenstadien kreisen (…).“ Aus: Anne Vieth, “ADDICTED TO WALLS”, 2014

Besucher haben vom 11.10. bis zum 19.10. Gelegenheit, die Ausstellung täglich von 14 bis 18 Uhr zu besuchen.

Kunstverein Friedberg e.V. , Haagstraße 16, 61169 Friedberg

www.kunstverein-friedberg.de

info@kunstverein-friedberg.de, phone +49 (0) 6031 – 693564